Das Brettl für alte und neue Talente

Das Theater im Spitalkeller hat sich gemausert und als Kleinkunstbühne etabliert, mit Mut zum Neuen und Spaß am Alten.

Regensburg. Ein Blick zurück auf den Januar 2011: ein Theaterraum im Spitalkeller, schmuddelig, modrig. Über den Resten einer noch erkennbaren Kegelbahn stehen wackelige Holzstühle vor einer schmutzig-weißen Leinwand, von den Wänden bröckelt der Putz. Kultur? Die hatte hier wohl eher Hausverbot. Hatte - denn Stefan und Thomas Dannert haben das inzwischen gemeinsam mit der “MundArtAgeh” geändert. Die Brüder Dannert kamen vor drei Jahren aus München, um den Spitalkeller an der Nürnberger Straße auf neue gastronomische Füße zu stellen. “Schon damals war uns klar, dass das Theater unbedingt dazugehört und eine wichtige Säule in unserem Konzept ist”, erinnert sich Thomas Dannert.

Junge sollen ihre Chance haben

Bei den Verhandlungen über die Pachtmodalitäten bringt Spitalmeister Willibald Koller den Namen Karl Kefes ins Spiel. Kefes ist Architekt und im “Nebenberuf” Chef der “MundArt-Ageh”. Kefes, seine kreativen Mitstreiter und Jutta Brandlhammer, die gute Seele der mundartlichen Bühne, greifen zum Planungspapier, zu Werkzeug und Farbe. Der alte Mief verschwindet, Holzböden werden in drei Ebenen eingezogen, die Wände vertäfelt und farblich gestaltet, der Raum in warmes Licht getaucht. Neue Tische und Stühle werden mit finanzieller Hilfe der Spitalbrauerei angeschafft, Licht-, Bild-, Ton- und Informationstechnik auf zeitgemäßen Stand gebracht.

“Wir haben die Atmosphäre neu ausgerichtet”, sagt Kefes, “den Schalter auf ,neu' gestellt und den Dornröschenschlaf beendet.” Herausgekommen ist ein schmuckes und gemütliches Kleinkunstbrettl, das die Wirte als Plattform bezeichnen. “Für alle, die sich produzieren und zeigen wollen”, meint Stefan Dannert. Er schließt nichts aus. “Zu uns kann jeder kommen. Ob er aus einem Buch liest, Musik macht, Kabarett bietet, ein Theaterstück aufführt oder Tanzabende veranstaltet. Modern oder traditionell, völlig egal.” Vor allem jungen Künstlern, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen, möchten die Macher eine Chance geben.

Neben dem Zaubertheater von und mit Rudy Christl und dem Galli-Theater für die kleinen Zuschauer als Dauergäste, nimmt die “MundArtAgeh” den größten Platz im Theaterangebot ein. “Gefühlte 90 Prozent”, meint Programmleiter Karl Kefes, der eine Mischung aus alten Hasen und vielversprechenden Talenten im Angebot hat. Es sind der Ehrgeiz und der Mut zur Nische, die Kefes und seine Freunde anspornen, hier in Regensburg eine Kleinkunstbühne der feinen Art zu installieren. Das Programm kann sich mit dem kulinarischen Angebot des Spitalkellers messen: eine szenische Lesung, ein Abend mit irischer Musik, Jazz, Saitenmusik, Liedermacher, Weltmusik oder bayerische Poesie - all das steht auf der kreativen Speisekarte der Bühne.

Christine Eixenberger ist die nächste Künstlerin, die auf der Spitalkellerbühne steht, ein junges Talent. Am 7. Februar ist sie als auspackende Spielerfrau im kabarettistischen Geschlechterkampf zu sehen. Sepp Raith, der bekennende “Bajubarde”, Liedermacher und Querreimer, erheitert mit seinen Geschichten und Liedern am 15. Februar. Der politische Lieder-Schmied Vogelmayer macht sich augenzwinkernde Gedanken um unsere Gesellschaft in der Welt der Banken und Konzerne. Zu sehen und zu hören am 22. Februar.

Das Programm ist bunt gemischt

Dazwischen geben sich Froschkönig, Hans im Glück oder das Rotkäppchen beim Galli-Kindertheater die Klinke in die Hand, Rudy Christl verblüfft mit Zauberkunststücken und der Trachtenverein Stamm bittet zum Tanzabend und Sitzweil. Einmal im Monat ist “offene Bühne”. Da traten Ende Januar die BlasBrothers auf, fünf junge Burschen, die traditionelle Blasmusik mit aktuellem Sound verbinden. Und weil's so schön war und gesteckt voll dazu, gibt es am 16. Februar einen Nachschlag.

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